Digitales Programmheft: FAUST – Die Rockoper, der Tragödie erster Teil

Die Songs in Akt A:

1) Tierischer als jedes Tier
Ein Kampf zwischen Gott und Teufel. Mephisto wirft dem Herrn vor, dass der Mensch die göttliche Gabe der Vernunft nur zum Negativen gebraucht.

2) Wette
Mephisto macht eine Wette mit Gott, dass er Dr. Heinrich Faust, ein nach Wahrheit und Weisheit strebender Gelehrter, von seinem Pfad abbringen und für die Seite des Teufels gewinnen kann. Mephisto ist nicht bewusst, dass er bei dieser Wette keine Chance hat, denn Gott weiß »Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst«.

3) Magie
Faust hat das ganze Spektrum der herkömmlichen Wissenschaften studiert. Jedoch ist er am Ende seiner Weisheit angelangt. Er konnte noch nicht herausfinden, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. Deshalb gibt er sich der Zauberkunst hin.

4) Mondenschein
Bei seinen nächtlichen Studien hat Faust nur den Mond als Gefährten. Bei ihm sucht er Trost in seiner einsamen Studierstube.

5) Erdgeist
Faust will allumfassendes Wissen erlangen und damit ähnlich einem „Gott“ werden. Deshalb ruft er den Erdgeist an. Häufig wird dieser als Männergesicht in einer Flamme dargestellt. Bei dieser Interpretation wird der Erdgeist als Erdenmutter mit den vier Elementen (Erde, Wasser, Feuer und Luft) dargestellt. Der Erdgeist gibt Faust zu erkennen, dass er kein Gott ist.

6) Das Leben mir verhasst
Die Verspottung durch den Erdgeist lässt Faust völlig verzweifeln. Die Erkenntnis „dem Wurme zu gleichen“ frustriert ihn völlig und weckt in ihm die Idee zum Selbstmord.

7) Geistergesang
Als Faust die Giftflache an seinen Mund »zum letzten Trunk« ansetzt, sind plötzlich Geistergesänge zu hören, die Faust davon abhalten, das tödliche Gift zu trinken. Faust wirft die Giftflasche weg, ohne daraus getrunken zu haben: »die Träne quillt, die Erde hat mich wieder«.

7) Des Pudels Kern
Famulus Wagner betritt das Studierzimmer von Faust. Ein Pudel schleicht hinter Wagner her. Faust findet Gefallen an dem Hund und setzt ihn hinter den Ofen. Jetzt zeigt sich, dass der Hund lediglich Mephisto in Verwandlung ist, der sich sogleich davon macht. »Das also war des Pudels Kern.«

9) Das Böse
Wagner und Faust kehren vom Osterspaziergang zurück. »Es klopft.« Mephisto tritt nun in das Leben von Faust und stellt sich als den Geist vor, der stets verneint und alles zerstören möchte, aber dieses ihm nie richtig gelingt.

10) Du bleibst doch immer
Faust erkennt, dass auch die Hölle und der Teufel Gesetzen unterliegen. Er ist bereit mit Mephisto einen Pakt abzuschließen. Mephisto bietet Faust an: „Bin ich dein Diener, dein Knecht!“.

11) Grau ist alle Theorie
Eine Schülerin tritt auf und will Faust sprechen. Doch Faust ist mit sich selber beschäftigt und will niemanden empfangen. Deshalb schlüpft Mephisto in die Rolle des Professors und übernimmt Fausts Aufgabe. In seiner Studienberatung zeigt Mephisto die Begrenztheit der einzelnen Wissenschaften auf.

12) Der hölzerne Tisch
Vier Studenten sitzen Wein trinkend im Auerbachs Keller. Mephisto und Faust kommen dazu. Mephisto vollführt seine Zaubereien und reitet am Schluss der Szene mit Faust zusammen auf einem Weinfass durch Auerbachs Keller hinaus. Diese Szene wird nur in Auerbachs Keller gezeigt!

13) Das nordische Phantom
Mephisto schleppt Faust durchs wilde Leben und führt ihn in die Hexenküche. Dort maßregelt er die Hexe, ob sie ihn nicht erkenne und ob sie keinen Respekt mehr vor ihm hätte. Sie entschuldigt sich damit, dass Mephisto ohne seinen Pferdefuß nicht sofort zu erkennen war. Dieser erklärt, dass er mit Hörnern und Klauen zu auffällig für die Menschen wäre.

14) Hexen-Einmaleins
Mephisto schleppt Faust durchs wilde Leben, führt ihn in die Hexenküche und bestellt „ein Glas von dem bekannten Saft“. Die Hexe kocht diesen und singt dabei eine Beschwörungsformel: Wenn man die Zahlen in eine Matrix anordnet, kann man den Text so interpretieren, dass die linksstehende Zahl immer durch die rechtsstehende ersetzt wird. Mit „Und Neun ist eins, und Zehn ist keins“ ist z. B. gemeint, dass 9 eine Quadratzahl ist, 10 aber keine. Bei den Brocken-Aufführungen fliegt in dieser Szene ein Besen durch die Luft.

15) Wissenschaft
Die Hexe ruft die Zauberkraft der Wissenschaft an. Mephisto muss mit seinen magischen Kräften nachhelfen, damit der Trank seine Wirkung hat. Mit dem Trinkspruch »Du siehst mit diesem Trank im Leibe, bald Helenen in jedem Weibe« wird Faust der Zaubersaft angeboten. Faust trinkt die Schale leer und sieht für kurze Zeit das Zauberbild der Helena. Durch den Trank verwandelt sich Faust in einen jungen Lebemenschen.


Die Songs in Akt B:

16) König in Thule
Grete ist eine junge und fromme Frau, die gerade aus der Kathedrale von der Beichte kommt. Faust begegnet ihr und ist hingerissen. Er macht einen direkten Annäherungsversuch, aber sie lässt ihn gleich abblitzen und geht. Faust erinnert sich an den Pakt mit Mephisto. Dieser soll ihm »die Dirne schaffen«. Mit Hilfe eines Schatzes, den Mephisto in Gretes Schrank versteckt, soll ihre Zuneigung erkauft werden. Grete ist alleine zu Hause und wartet ungeduldig auf ihre Mutter. Zur Beruhigung singt sie ein Lied, während sie sich für die Abendruhe vorbereitet.

17) Am Golde hängt doch alles
Als Grete ihre Kleider in den Schrank legt, entdeckt sie das Schmuckkästchen, das Mephisto dort heimlich hinein getan hat. Da sie sehr arm ist, freut sie sich sehr über den entdeckten Schatz. Als die Mutter nach Hause kommt und den Schmuck sieht, riecht sie unmittelbar, »dass dabei nicht viel Segen war« und übergibt den Schmuck dem »Pfaffen«.

18) Kein Teufel wär‘
Mephisto kann seine Wut nicht mehr unterdrücken, nachdem er erfährt, dass der Schmuck seine Wirkung verfehlt hat und in die Hände seines Feindes (der Kirche) geraten ist. Per Handy übermittelt Mephisto an Faust seinen Ärger. Faust rät Mephisto einen noch größeren Schmuck herbeizuschaffen und einen zweiten Versuch über die Nachbarin von Grete zu starten.

19) Ihr Mann ist tot
Frau Marthe Schwerdtlein, Gretes Nachbarin, beklagt den ungeklärten Weggang ihres Mannes. Grete besucht sie nervös mit einem neuen Schmuckkästchen. Beide wundern sich von wem die Schmuckkästchen kommen. Frau Marthe weist Grete an, dass sie es diesmal vor ihrer Mutter verheimlichen soll. In diesem Moment kommt Mephisto herbei und behauptet, dass er bezeugen kann, wie und wann der Mann von Frau Marthe in Padua verstorben ist. Zur Bezeugung dieser frei erfundenen Geschichte muss Mephisto einen weiteren Zeugen herbeibringen und da denkt er sofort an Faust. Noch am gleichen Abend kommt ein Treffen dieser vier Leute zustande.

20) Er liebt mich
Bei dem abendlichen Treffen erkennt Grete Faust wieder. Sie lässt ein Blumenorakel sprechen, indem sie die Blätter von einer Sternblume nacheinander auszupft und »Er liebt mich« singt. Beide kommen sich näher.

21) Meine Ruh ist hin
Nachdem sich Grete in Faust verliebt hat, ist ihr »unschuldiges Kindsein« beendet. Sie ist alleine zuhause und denkt voller Sehnsucht an Faust.

22) Heimlich Grauen
Grete misstraut Fausts Gefährten Mephisto. Sie hat vor diesem Menschen ein »heimlich Grauen«. Damit Faust und Grete eine Nacht ungestört zusammen sein können, verabreicht Grete ihrer Mutter ein Schlafmittel. Vorher hatte Mephisto heimlich dieses mit seinem Speichel vergiftet. Beim Schrei des Hahns verlässt Faust das Schlafzimmer. Später findet Grete ihre Mutter tot vor.

23) Schmerzenreiche
Grete leidet unter den Schuldgefühlen vom Tod ihrer Mutter. Sie sucht Erlösung bei der Pieta, einer Statue der Mutter Maria mit dem toten Jesus in den Händen.

24) Böser Geist
Durch die Gewissensbisse über den unabsichtlichen Muttermord fällt Grete in Ohnmacht.

25) Zum Brocken
Nicht ahnend, dass Grete sich elend fühlt, wandert Faust mit Mephisto ins Harzgebirge zum Brocken (Blocksberg).

26) Die Hexen zu dem Brocken ziehn
Die Brockenhexe beschreibt, wie die wilde Hexenschar von überall her zum Brocken strömt, um die Walpurgisnacht zu begehen.

27) Hexen-Element / Walpurgisnacht
In der Walpurgisnacht, die Nacht zum ersten Mai, treffen sich nach altem Brauch die Hexen auf dem Brocken und vollführen einen wilden Tanz. Faust und Mephisto sind ebenfalls dabei. Herrscherin der Nacht ist eine Hexe im Dominakostüm. Faust gibt sich allen Genüssen hin und verrät dadurch seine Liebe zu Grete.

28) Phantombild Grete
Mitten im Sinnesrausch der Walpurgisnacht hat Faust eine Vision und sieht Grete im Kerker.

29) Befrei sie
Faust drängt Mephisto, Grete aus dem Kerker zu befreien.

30) Meine Mutter hab’ ich umgebracht
Als Faust und Mephisto im Kerker eintreffen, finden sie eine völlig veränderte Grete vor: Halb wahnsinnig und distanziert zu Faust. Sie übernimmt die Verantwortung für ihr Tun und küsst Mephisto. Dadurch stirbt sie an demselben Gift, durch das ihre Mutter gestorben ist. Mephisto kann ihre Seele jedoch nicht erobern und sagt: »ist gerichtet«. Worauf die Stimme des Herrn aus dem Off und Faust sagen: »Ist gerettet«.

Änderungen vorbehalten | Hörbeispiele (Quelle): FAUST - Die Rockoper Jubiläums-LIVE Doppel-CD
Copyright: Xdra Productions / Manthey Event GmbH | Produktion: Manthey Event GmbH