Digitales Programmheft: FAUST II - Die Rockoper auf dem Brocken

Die Songs in Akt A:

1) Schlaf ist Schale
Die Schuldgefühle über den Tod von Grete haben Faust in einen langen Schlaf versetzt. Die Elfe „Ariel“ erweckt Faust zu einem neuen Leben und lässt ihn die Vergangenheit vergessen.

2) Ist’s Lieb
Faust ist entschlossen „Zum höchsten Dasein immerfort zu streben“. Das Licht der aufgehenden Sonne lässt ihn erkennen, dass das absolute Wissen nur in Fragmenten zu erfahren ist.

3) Ein neuer Narr
Nachdem der alte Narr des Kaisers sich davongeschlichen hat, nutzt Mephisto die Gelegenheit, um sich als neuer Narr am Kaiserhof einzuschleichen.

4) Es fehlt an Geld
Der Kaiserhof wird schwach regiert und der Kaiser beklagt seine Geldnot. Mephisto spiegelt dem Kaiser vor, durch die Ausgrabung von nicht existenten Bodenschätzen die Geldnot beseitigen zu wollen. Mephisto eine fiktive Geldform „das Papiergespenst der Gulden“

5) Trinke
Anstatt sich um die Belange des Kaiserreiches zu kümmern, kündigt der Kaiser einen Karneval an. Der Hofnarr Mephisto übernimmt den Kaiserthron und Faust betritt die gesellschaftliche Ebene des Kaiserhofs im Scheichskostüm.

6) Rechnung
Stolz präsentiert Mephisto dem Kaiser, dass jetzt sämtliche Probleme im Kaiserreich gelöst sind. „Rechnung für Rechnung ist berichtigt, die Wucherklauen sind beschwichtigt.“ Faust und Mephisto erhalten dafür eine besondere Ehrung durch den Kaiser.

7) Amüsieren
Faust wendet sich entrüstet an Mephisto, dass der Kaiser von ihm verlangt habe, Helena und Paris leibhaftig vor sich sehen zu wollen. „Erst haben wir ihn reich gemacht, nun sollen wir ihn amüsieren.“ Aufgrund Mephistos Zauberkraft kann das Liebespaar zur Erscheinung gebracht werden. Faust packt die Eifersucht zu Helena. Als er versucht ihre fiktive Gestalt anzufassen, wird er von einer Explosion ohnmächtig zu Boden gestreckt. In seiner Ohnmacht erlebt Faust nun eine fiktive Reise durch Kultur und Zeit.

8) Mischung
Mephisto trägt Faust in sein Studierzimmer. Dort tritt der Famulus Wagner auf, der in einer Retorte den künstlichen Menschen „Homunculus“ erzeugen will.

9) Drücke mich
Nur durch Mephistos Hilfe wird der Retortenmensch Homunculus zum Leben erweckt. Homunculus entsteigt dem Kessel und sieht in Famulus seinen Vater.

10) Vermähle dich dem Ozean
Homunculus ist von der Sehnsucht erfüllt, als körperloses, rein geistiges Wesen in der Natur aufzugehen. Er will seine gläserne Hülle im Meer zerschellen lassen. Der Meeresgott Proteus, in der Gestalt eines Delphins, zieht ihn aufs Meer hinaus, wo die gläserne Hülle mit einem Knall zerschellt. Homunculus ist nun ein körperloses Wesen, das reine Geistigkeit symbolisiert.


Die Songs in Akt B:

13) Der Schönheit Ruhm
Faust, immer noch ohnmächtig, träumt von Helena, die gerade aus Troja zurückgekehrt ist. Helena (Tochter des Zeus) erkennt den Palast, indem sie herangewachsen ist. Die Chorführerin rühmt ihre Schönheit. Die Göttin Aphrodite stattete den Trojaner Paris mit besonderen Fähigkeiten aus, um Helena aus Griechenland nach Troja zu entführen. Erst nach zehn Jahren Krieg konnte sie aus der Gefangenschaft mit der List des „trojanischen Pferdes“ befreit werden.

14) Ruf und Schicksal
Helena ist der Lobreden der Chorführerin überdrüssig und versucht ihre Rolle und Bestimmung zu ergründen. Entsprechend der griechischen Mythologie wird das Schicksal der Menschen einzig von den Göttern bestimmt. Plötzlich taucht die Hausverwahrerin Phorkyas auf, bei der es sich um den verkleideten Mephisto handelt. Phorkyas, mit einem großen Zahn, gilt als Sinnbild der Hässlichkeit. Die „schöne Helena“ und der „hässliche Phorkyas“ prallen aufeinander und beschimpfen sich. Phorkyas eröffnet Helena und der Chorführerin den Auftrag, dass sie beide geopfert werden sollen. Im letzten Moment erschallen Hörner aus der Ferne erschallen und verhindern das Opfer.

15) Hier knie nieder
Faust tritt als Figur in seinem eigenen Traum auf und ist wieder verjüngt. Er bringt den Gefangenen Lynceus herein, der es versäumt hat, die Ankunft von Helena an Faust zu melden.

16) Lass mich sterben
Lynceus ist bereit das Urteil von Helena zu akzeptieren, „Lass mich sterben, lass mich leben“. Er ist von Helenas Schönheit hingerissen und verehrt sie als Göttin. Helena erinnert sich an all die ihretwegen gefochtenen Kriege und begnadigt den Gefangenen.

17) Unser Glück
Faust und Helena vermählen sich. Für Goethe ist dies symbolisch die Vereinigung von Abendland und Antike.

18) Köstlich Drei
Aus der Ehe geht der Knabe Euphorion hervor. Das Kind ist übermütig und versucht wie Ikarus zu fliegen. Der Knabe stürzt in die Unterwelt ab und zieht dabei auch seine Mutter Helena mit. Faust bleibt alleine mit Phorkyas zurück.

19) Den neuen Kaiser
Faust erwacht im Hochgebirge aus seiner Ohnmacht und seinem Traum und kommt wieder zum normalen Bewusstsein zurück. Mit Mephisto beratschlagt er, wie’s weitergehen soll. Aus der Ferne erklingen Kriegsgeräusche und Mephisto erklärt, dass das Kaiserreich in Aufruhr ist.

20) Gegenkaiser
Faust und Mephisto treffen den Kaiser auf dem Schlachtfeld, der ihnen erklärt, dass seine Verwandten einen Gegenkaiser eingesetzt haben um ihn zu putschen.

21) Schlacht
Mephisto kann den Kaiser in seinem Kampfe unterstützen und schafft mächtige Granatwerfer und Robotersoldaten herbei, womit die Schlacht schnellstens zugunsten des Kaisers entschieden wird.

22) Piraterie
Faust ist mittlerweile ein alter Mann. Nach gewonnener Schlacht belohnt der Kaiser Faust mit einem großen Stück Land an der Küste. Obwohl er eigentlich zum Wohl der Menschheit beitragen will, ist er ein Großreeder, ein ausbeuterischer Kapitalist geworden. An der Spitze steht Mephisto, der die Geschäfte antreibt.

23) Ein Wunder
Das alte Ehepaar Philemon und Baucis leben in ihrer alten Tradition und misstrauen dem schnellen Kanalbau. Die beiden weigern sich ihr Land und ihre Hütte zu verlassen. Somit stößt Faust als Großgrundbesitzer an die Grenzen seines Tuns. Er gibt den Befehl das alte Ehepaar Philemon wegzuschaffen. Mephisto führt den Befehl mehr als gründlich aus.

24) Durch die Welt gerannt
Nach dem Tod des Ehepaares wird Faust von der „Sorge“ heimgesucht, die ihn erblinden lässt.

25) Zum Augenblicke
Faust denkt über sein Leben nach und zieht für sich eine positive Bilanz: „Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön“. Kurz darauf stirbt er.

26) Seelenkampf
Mephisto glaubt, seine „Wette mit dem Herrn“ gewonnen zu haben und will sich Fausts Seele bemächtigen.
Doch ein Engel kommt herbei, streut Rosen auf das Grab und will Mephisto die Seele von Faust wegnehmen.

27) Erlösen
Der Engel gewinnt das Duell. Fausts Streben wird trotz all seiner Irrtümer und Fehlschläge belohnt und seine
Seele wandert in den Himmel: „Wer immer strebsam sich bemüht, den können wir erlösen.“

28) Er kommt zurück
Bei der Ankunft im Himmel begegnet Faust Grete, die dem „früh Geliebten“ den Weg weist.

Änderungen vorbehalten | Hörbeispiele (Quelle): FAUST - Die Rockoper I+II 4-CD-Box
Copyright: Membran Music | Produktion: Xdra Productions